Kurzbio
Franz von Sales (1567–1622) war nicht von Anfang an der sanfte Heilige, den wir heute bewundern. Als junger Student stürzte er in eine tiefe Krise: überzeugt, von Gott verworfen zu sein, wurde er von Angst, Verzweiflung und Schlaflosigkeit gequält. Er mied Menschen, verlor jede Freude, fast wie gefangen in Dunkelheit. Doch dann wagte er einen radikalen Schritt: Er schleppte sich in die Kirche von St. Étienne-des-Grès in Paris, warf sich vor einer Marienstatue nieder und betete mit letzter Kraft: „Herr, ich liebe dich, komme was wolle!“ Dieser Akt des Vertrauens verwandelte ihn – die Angst wich, Frieden kehrte zurück. Von da an wurde er ein unerschütterlicher Freund Gottes, bekannt für seine Sanftmut, Geduld und Nähe zu den Menschen. Er besuchte Arme, schrieb verständliche Briefe, predigte mit Herz statt Härte. Das macht ihn so nachahmbar: Auch wenn du zweifelst, wenn alles dunkel scheint – vertraue, liebe, geh auf andere zu. Genau da beginnt wahre Heiligkeit.